SABINE KORNBICHLER

                                       Alle Bücher der Autorin findet Ihr am Ende des Interviews.





Literaturchaos über Sabine Kornbichler:

Vor etwa 15 Jahren las ich mein erstes Buch von Sabine Kornbichler. "Steine und Rosen" gehörte noch dem Genre Gegenwartsliteratur an und hat mich damals sehr berührt - und mich daraufhin auch direkt im Anschluss das wohl bekannteste Buch der Autorin lesen lassen: "Klaras Haus". Ein absolutes Bücherjuwel!
Dann vergingen einige Jahre, in denen viele Geschichten meinen Weg kreuzten; jedoch keine von Sabine Kornbichler.
Erst Ende 2013 sollte ich wieder über ein Werk dieser Autorin "stolpern". "Gefährliche Täuschung" gefiel mir vom Klappentext her auf Anhieb, etwas ratlos war ich nur aufgrund des Genres. Hatte Sabine Kornbichler nicht immer Gegenwartsliteratur verfasst? Hatte sie. Früher. Nun aber war sie ins Krimigenre gewechselt und konnte mich erneut sehr begeistern. Was mich ebenfalls sehr begeistert hat, ist die Tatsache, dass diese Autorin alles andere als unnahbar ist. Auf Facebook betreibt sie eine Autorenseite und versorgt uns dort regelmäßig mit schönen Fotos und Neuigkeiten rund um ihre Bücher. Fragt man sie etwas, antwortet sie recht schnell - in einem lockeren Plauderton, als würde man sich schon ewig kennen.
Im Frühjahr 2014 hatte ich dann sogar die Gelegenheit, Frau Kornbichler auch mal live zu sehen, da sie zu einer Lesung ihres ersten Kriminalromans aus der Reihe um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo in meine Heimatstadt kam. 
Sehr gespannt war ich auf diesen Abend, denn es ist ja absolut interessant, zu erfahren, wie der Mensch ist, der hinter diesen ganzen Geschichten steckt. 
Sabine Kornbichler ist eine wahnsinnig sympathische und engagierte Frau, die sich sehr viel Zeit für ihre Leser nimmt, offen auf sie zugeht, auf ihre Fragen eingeht und einem überhaupt direkt ein angenehmes Gefühl als "Gegenüber" vermittelt. Im Laufe dieses sehr schönen Abends konnten wir übrigens noch ein paar Gemeinsamkeiten feststellen: wir haben beide Hunde aus dem Tierschutz und wir lieben beide die Insel Korsika. (Der zweite Band um Kristina Mahlo spielt übrigens teilweise auf Korsika und die Autorin war natürlich zu Recherchezwecken persönlich dort.)

Liebe Sabine! Vielen lieben Dank, dass Du Dich dem Wortgewandt - Interview gestellt hast, dass Du Deine Bilder und Texte zur Verfügung gestellt hast! Schreibe bitte weiter so grandiose Bücher und komm' mal wieder zu einer Lesung in die Gegend!




Die Autorin über sich selbst:

Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Warum ausgerechnet Kriminalromane? Die Antwort: Weil Menschen in Krimis Grenzen überschreiten und Wege einschlagen, für die es häufig kein Zurück mehr gibt. Weil es darin um Ausnahmesituationen geht, um vermeintliche Ausweglosigkeit, um Wendepunkte, die ins Verderben führen. An irgendeinem Punkt in einem Leben läuft etwas schief, jemand wählt den falschen Weg und wird dadurch zum Täter. Wie ist es dazu gekommen? Wie lässt es sich beweisen? Vor allem aber auch: Was bedeutet das für die Opfer?

Wichtig ist mir bei all diesen Geschichten, dass sie sich nahe an der Realität bewegen, dass sie vielleicht sogar so und nicht anders in der eigenen Nachbarschaft geschehen könnten. Und dass es hinterher vielleicht heißt, man habe sich nicht vorstellen können, dass dieser Mensch diese Tat begangen hat. Weil man sich nicht vorstellen möchte, dass es einer aus unserer Mitte ist. Genau in diesem Bewusstsein entwickle ich meine Krimis.

Als ich vergangene Woche in einem FB-Post geschrieben habe, dass ich am Exposé für mein neues Manuskript sitze, ist mir bewusst geworden, dass es mein 15. Buch ist und dass ich nun schon seit vielen Jahren das machen kann, was ich am liebsten tue: ohne irgendeine Beschränkung auf eine Phantasiereise zu gehen. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue auf meine Arbeit, auf meine Figuren, auf das Eintauchen in eine spannende Geschichte, die mich über viele Monate hinweg begleitet. Und die dann manchmal in nur wenigen Tagen verschlungen wird.





10 Wörter...

Melancholisch:

Ein melodisches Wort für einen Zustand, hinter dem sich oft großes Leid verbirgt.

 

Auswendig:

Dabei denke ich unweigerlich an Schule und Studium. Aber auch an einen wunderbaren Spaziergang mit zwei Freundinnen, die Gedichte rezitiert haben.

 

Überrascht:

Werde ich liebend gerne :-)

 

Wald:

Ist für mich ein Ort, um meine Seele aufzutanken. Er ist wie Balsam.

 

Smartphone:

Mein Smartphone und ich verstehen uns einfach nicht. Wir geben uns zwar immer wieder eine Chance, verzweifeln aber oft aneinander.

 

Hunde:

Sind ganz wunderbare Wesen, die ich in meinem Leben nicht missen möchte und von denen ich schon so viel gelernt habe.

 

Vermissen:

Manchmal vermisse ich hier im Süden den frischen Nordseewind und das Meer.

 

Überleben:

Dürfen bei mir sogar Spinnen. Bei Zecken werde ich allerdings zur Mörderin.

 

Sammeln:

Am liebsten sammle ich Erfahrungen. Und unterwegs Steine.

 

Vorher:

Ist man zum Glück selten so klug wie hinterher. Immer nur die richtigen Entscheidungen zu treffen, finde ich nicht erstrebenswert.



Die 10 Wörter wurden ausgewählt von Seite 367 aus dem Roman "Mädchenmeute" von Kirsten Fuchs




Stellvertretend für ein Shelfie gibt es hier ein "Autor/in mit Haustier"-Foto:

....was bestimmt gerade die Hundebesitzer/innen unter Euch sehr interessieren dürfte. 





Romane von Sabine Kornbichler:

Näheres zur Autorin erfahrt Ihr hier: www.sabine-kornbichler.de

oder über Facebook: www.facebook.com/sabine.kornbichler


Meine Rezensionen zu Sabines Büchern:

Die Todesbotschaft

Das Verstummen der Krähe

Die Stimme des Vergessens


Zur Info: "Das böse Kind", der dritte Band der Reihe um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, erscheint im Oktober 2015.


                                                                                                                                         Interview publiziert am 28. Juli 2015






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Kommentare: 1
  • #1

    Bärbel Wintrath (Dienstag, 28 Juli 2015 12:36)

    Dafür gibt es nur ein Wort "Klasse"!