(Rezension) Meredith Winter - Blutpsalm

 

 

Sommerburg Verlag

www.sommerburg-verlag.de

ISBN 978-3-981872-21-7

Format: Taschenbuch

Preis: 9,99 Euro

Seiten: 210

 

 

 

 

Die Hure und der Heilige - zunächst könnte man als Leser der Meinung sein, dass genau diese fünf Wörter das Buch sehr treffend beschreiben. Taucht man jedoch tiefer und tiefer ein in die Geschichte von Meredith Winter, merkt man schon bald, dass nichts in dem kleinen, norddeutschen 800-Seelen-Kaff so ist, wie es nach außen hin erscheint. Hier sind die wenigsten Einwohner so gottesfürchtig, wie sie es ihren Nachbarn vorspielen, Gesetze werden missachtet, Lügen und Tratsch werden mit Begeisterung verbreitet. Das alles geschieht selbstverständlich hinter verschlossenen Türen, denn für alle Außenstehenden ist Sommerburg einfach nur ein idyllisches, kleines Örtchen. Und so soll es auch bleiben. Dummerweise haben da einige Leute allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht.....und dann geschieht der erste Mord...

 

Die Geschichte beginnt damit, dass der junge Pastor Jonathan einen Computernotdienst herbeibeordert, da seine Predigt in den Weiten der Technik bzw. in den Weiten seiner Festplatte unauffindbar ist. Was allerdings anstatt des Computernotdienstes in sein Haus schneit, ist Marlene.....eine Edelprostituierte. Irgendein wohlmeinendes Gemeindemitglied hatte dem Pastor offenbar Marlenes gut getarnte Visitenkarte zugesteckt, denn natürlich hat diese, obwohl in der nächsten Kreisstadt zuhause, auch im kleinen Sommerburg ihren Kundenstamm.

 

Als Jonathan klar wird, dass Marlene sich mit ganz anderen Dingen als mit Computern auskennt, ist der so prüde und schüchtern wirkende Pastor gelinde gesagt schockiert. Und doch hat diese Frau eine solche Wirkung auf ihn, dass er sie am nächsten Tag zu einem (bezahlten) Gespräch zu sich bittet. Auch bei Marlene sind plötzlich ganz leise Schmetterlinge in Bauch, obwohl sie diesen Pastor mit seiner Verklemmtheit und seiner Aufsparung bis zur Ehe (Gott bewahre!) doch eher amüsant als attraktiv findet. Oder?

 

Bevor sich die beiden über ihre Gefühle füreinander klar werden können, geschieht der erste Mord. Damit nicht genug, steckt dem Opfer ein Messer im Herz, an dem zudem Marlenes Visitenkarte aufgespiesst ist. Natürlich war das Opfer ein Kunde der Prostituierten und die Dinge kommen nun unweigerlich ist Rollen....

 

Dieses Buch gehört zum Genre "Ladythriller", was für mich völliges Neuland war, denn normalerweise liebe ich blutige Psychothriller - aber auch dieser sanfteren Variante konnte ich einiges abgewinnen. Es wird gemordet und gemetzelt, gelogen und betrogen...und es wird sich wieder versöhnt. In sehr bildlich und erotisch beschriebenen Szenen, in denen die Autorin jedoch niemals die Grenze zur Vulgarität überschreitet.

 

Die Geschichte selber kommt gut in Fahrt und lässt sich dank des angenehmen Schreibstils der Autorin flüssig und in einem Rutsch weglesen. Immer mehr Details wirft Meredith Winter dem Leser hin, immer mehr Lügen werden aufgedeckt, denn nicht nur Marlene sondern auch Jonathan hat so einige Leichen im Keller. Das Dorfleben, das gehässige Miteinander, bei dem die Eine der Anderen liebend gerne die Augen auskratzen würde, bei dem jeder alles über jeden weiß und bei dem vor allem keiner dem anderen was gönnt und jeder über jeden urteilt, ist in der Geschichte sehr schön aufgegriffen worden und tut sein übriges zur stimmigen Atmosphäre.

 

Dieses Buch war für mich eine spannende und kurzweilige Urlaubslektüre, daher lautet MEIN FAZIT: 3,5/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

 

 

 

 

 

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