(Rezension) Chase Novak - Brood

BROOD
von CHASE NOVAK


Atlantik Verlag des Hoffmann und Campe Verlages (www.atlantik-verlag.de)
Erschienen im Januar 2016
ISBN 978-3-455-65068-6
Format: Taschenbuch
Preis: 15,00 Euro
Seiten: 352

Aus dem amerikanischen Englisch von Bernhard Kleinschmidt
Titel der Originalausgabe: Brood



Zugegeben, dieses Buch hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Stellenweise bin ich bei der Lektüre wirklich gut unterhalten worden, aber....nun ja, stellenweise habe ich mir auch gefragt, was genau der Autor mir hier eigentlich vermitteln will. Meiner Meinung nach hat er sich bei "Brood" immens verzettelt. Offensichtlich hatte er zu viele Ideen, die er alle irgendwie unterbringen wollte und so ist keine klare Linie zu erkennen, denn es gibt in diesem Roman einige Handlungsstränge, die ins Leere laufen und selbst das Ende ist offen. Und dann die Hauptprotagonisten! Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen:

"Brood" hatte einen Vorgänger-Band namens "Breed". In diesem ersten Band wurde die Geschichte des Ehepaares Twisden erzählt, zweier reicher New Yorker, die sich nichts sehnlicher wünschten als Kinder. Da Mrs.Twisden aber trotz diverser Versuche, Hormontherapien usw. einfach nicht schwanger wurde, entschied sich das Paar für einen letzten verzweifelten Schritt und unterzog sich in Slowenien einer radikalen Fruchtbarkeitstherapie. Diese Therapie muss äußerst schmerzhaft und sehr dubios gewesen sein - das Ergebnis waren jedoch die heißersehnten Zwillinge Alice und Adam. Die Eltern bezahlten für die Erfüllung ihres Wunsches allerdings einen sehr hohen Preis: Sie mutierten zu Bestien. Die Fruchtbarkeitstherapie machte aus ihnen regelrecht Tiere, die irgendwann nur noch ihren niederen Instinkten folgten: Töten und fressen. Zuerst Tiere, dann Menschen. Alice und Adam mussten Angst um ihr Leben haben und flohen von zuhause. Die Eltern kamen zu Tode und das luxuriöse 16-Zimmer-Haus am Central Parc glich einem Schlachtfeld.

Hier beginnt nun "Brood". Mrs.Twisdens Schwester Cynthia erstreitet das Sorgerecht für die Zwillinge und zieht mit ihnen in das mittlerweile renovierte Elternhaus. Cynthia hat sich immer Kinder gewünscht und malt sich ein tolles Leben mit Alice und Adam aus. Obwohl sie "nur" ihre Tante ist, liebt sie die beiden von ganzem Herzen und möchte alles geben, damit die Schrecken der Vergangenheit in Vergessenheit geraten. Doch Alice und Adam - mittlerweile kurz vor der Pubertät - sind keine normalen Kinder....

Und hier hat der Autor nun etwas zu tief in die Überraschungskiste gepackt, denn er wartet mit einer Kuriosität nach der nächsten auf. Eigentlich sollte dieses Buch ein Thriller mit Gruselelementen sein, für mich ist es jedoch eher Fantasy. Ziemlich alberne Fantasy.
Alice und Adam tragen das Erbgut ihrer Eltern in sich. Noch dazu gibt es viele andere Kinder wie sie; Kinder, die irgendwann aus ihrem Zuhause geflohen sind, da sie Angst vor ihren eigenen Eltern haben mussten. Angst haben mussten, bei lebendigem Leib gefressen zu werden. Diese Kinder haben sich in Banden organisiert und leben in der Gegend um den Central Parc. Manche von ihnen leuchten im Dunkeln (!!!), manche haben eine extreme Körperbehaarung, manche rennen auf allen Vieren und manche haben sich schon wieder fortgepflanzt und Babys mit Flügeln (!!!) geboren. Selbstverständlich flattern diese Babys auch fröhlich durch die Gegend....

"Was sind wir, Rodolfo?", sagte sie. "Ich meine, mal ehrlich, was zur Hölle sind wir eigentlich?" -  Zitat Seite 70

 

Diese Kids sind sich durchaus bewusst darüber, dass sie nicht normal sind und dass etwas in ihnen schlummert, das besser niemals ausbrechen sollte. Sie versuchen, möglichst unsichtbar zu bleiben, was nicht immer hinhaut. Denn auch der Wissenschaft ist schon aufgefallen, dass man es hier mit einem unbekannten Erbgut zu tun hat, das es zu erforschen gilt. Dass die Kinder sich nicht freiwillig für diese Zwecke zur Verfügung stellen, muss ich nicht extra erwähnen.

 

Anführer Rodolfo ist zudem ziemlich geschäftstüchtig, denn er dealt mit Blut. Ja. Richtig. Mit dem Blut der Kinder, das nach der Einnahme eine bessere Wirkung erzielt als Viagra und Kokain zusammen. Die reichen und vor allem alten New Yorker sind fleißige Abnehmer und so hat Rodolfo schon ein beträchtliches Vermögen angehäuft.

Worum es in diesem Buch eigentlich geht? Um zu vieles. Das ist ja das Problem. Es gibt keinen roten Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Mehrere Handlungsstränge werden angefangen und dann nicht zuende gebracht, mehrere Begebenheiten sind einfach völlig unlogisch. Obwohl der Autor durchaus spannend schreiben kann und mich auch an einigen Stellen gut unterhalten hat, konnte er mich mit "Brood" leider überhaupt nicht überzeugen.

MEIN FAZIT lautet hier: 2/5 BÜCHEREULEN

 

 

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