(Rezension) Martin Krist - Böses Kind (Alanna-Reihe Teil1)

 

 

R & K

www.Martin-Krist.de

 

ASIN B076M7ZQK8

Erschienen im November 2017

Format: EBook

Seiten: 326

Preis: 2,99 Euro

 

 

 

Nur wenige Autoren haben die Gabe, ihre Geschichten so zu erzählen, ihre Charaktere so lebendig werden zu lassen, dass ich mich beim Lesen fühle, als würde ich gute alte Freunde wiedertreffen. Martin Krist gehört spätestens seit diesem Buch zu jenen Autoren, denn der Thrillerautor, der dem Leser sonst kaum Zeit zum Atmen lässt, hat nun ganz andere Wege eingeschlagen und mit "Böses Kind" sein meiner Meinung nach bisher bestes Buch geschrieben.

"Jede Lüge hat ihren Preis. Diese wird dich töten." - So beginnt der Klappentext des Thrillers.
Und eins kann ich Euch versichern: Sobald man dieses Werk  durchgelesen hat, wird einem erst richtig die Tragweite dessen, was die anfänglichen zwei kurzen Sätze aussagen, bewusst. Denn plötzlich weiß man, dass da noch einiges auf die Leserschaft zukommen wird. Düsteres. Nervenaufreibendes. Brutales. Und vor allem Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Warum da noch etwas folgen wird? - Nun, mit "Böses Kind" hat Martin Krist vollkommen neue Wege betreten, denn dieses Buch ist nicht nur selbst verlegt, sondern auch noch der erste Thriller einer fünfteiligen Reihe, die den Obertitel "Alanna" hat.

Mit "Böses Kind" präsentiert uns der Autor einen absolut gelungenen Auftakt einer Reihe, die uns in die Welt des Mordermittlers Henry und seiner Kollegin Louisa einlädt, die zusammen in der Hauptstadt arbeiten. Wie schon weiter oben erwähnt, ist diese Geschichte nun ganz anders als die Thriller, die wir sonst vom Autor gewohnt sind. Spannung ist wie immer von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden und auch an Cliffhangern, die die Geschichte zum Pageturner machen, hat Herr Krist nicht gespart. Und dennoch lässt er sich und dem Leser Zeit. Zeit, die Charaktere kennenzulernen, Zeit, um in das Geschehen hineinzufinden.

Gerade die Figuren der Ermittler Henry und Luisa sind wunderbar herausgearbeitet und machen einfach Spaß, denn sie sind authentisch und haben Sorgen und Probleme wie du und ich. Hier wird nicht das beziehungsunfähige, kettenrauchende, zuviel Alkohol trinkende Klischee bedient sondern man trifft auf zwei Personen, die man auch im richtigen Leben sympathisch finden würde. Henrys Tick, überall zwanghaft für Ordnung sorgen zu müssen, hat mich häufig schmunzeln lassen und die junge Mutter Luisa, die schon kurz nach der Geburt wieder arbeiten muss, da der erfolglose Schriftsteller-Ehemann (Hoffentlich kein böses Omen ;-)) kein Geld nach Hause bringt, möchte man einfach nur in den Arm nehmen. Sie ist permanent übermüdet und döst auch schon mal bei Einsätzen weg. Menschlich und nur allzu verständlich.

Henry und Luisa ergänzen sich wunderbar, was in ihrer Zusammenarbeit und vor allem in ihren Dialogen perfekt zum Ausdruck kommt.

Wie man es von Martin Krist, dem Meister der verschiedenen Handlungsebenen, kennt und mag, gibt es auch hier Handlungsstränge, die scheinbar in völlig verschiedene Richtungen laufen, die überhaupt nicht zusammenpassen können: Eine Leiche in einem Hotel, ein getöteter Hund und die alleinerziehende und völlig überforderte Suse,  die es knüppeldick von allen Seiten bekommt. Gehasst von der neuen Freundin ihres Exmannes, getrietzt vom Chef in ihrem Halbtagsjob, gesegnet mit einer besserwisserischen Mutter und einem alkoholkranken Vater, gestalkt von einem scheinbaren Verehrer, muss nun auch noch das Verschwinden ihrer 14jährigen Tochter ertragen. Suse kommt mit dem permanenten Stress in ihrem Leben nicht mehr klar und lässt ihren Frust oft an ihrem mittleren Sohn aus, der einem regelrecht leidtut. Jedoch auch hier zeichnet der Autor ein authentisches Bild einer Alleinerziehenden, wie es wohl leider nur allzu oft der Fall ist.

Martin Krist wäre allerdings nicht Martin Krist, wenn er nicht immer wieder überraschende Wendungen in seinen Thriller einbauen würde, wenn ein Handlungsstrang, der völlig klar zu sein scheint, plötzlich doch ganz anders ist. Logisch und nachvollziehbar und dennoch völlig unerwartet.

Und Alanna, die Namensgeberin der Reihe? "Böses Kind" stellt die Weichen für die Geschichte um Alanna und lässt jetzt schon in Abgründe blicken, lässt den Leser spekulieren und konstruieren ....und warten. Warten auf Mai 2018, in dem der zweite Teil mit dem Titel "Stille Schwester" erscheinen wird.

MEIN FAZIT: Ein großartiger Auftakt zu einer Thriller-Reihe, authentische Charaktere und eine spannende Handlung voller unerwarteter Wendungen und mit einem gewaltigen Cliffhanger am Ende. Meiner Meinung nach das bisher beste Buch des Autors. 5/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

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