(Rezension) Susanne Friedrich - Butterbrot und Liebe

Tredition Verlag

www.tredition.de

 

Erschienen im Juli 2017

ISBN 978-3-7439-4188-5

 

Format: Taschenbuch

Preis: 11,99 Euro

Seiten: 296

 

 

 

 

 

 

 

Es heißt ja immer, man soll nicht einkaufen gehen, wenn man hungrig ist. Aus gutem Grund, denn in diesem Fall landen meist weitaus mehr Dinge im Einkaufswagen, als ursprünglich geplant. Nun, dieses Buch sollte man ebenfalls nicht lesen, wenn man hungrig ist, denn Appetit macht es sowieso schon.

 

Die Autorin hat nämlich einem ihrer Protagonisten ein Start-Up Unternehmen auf den Leib geschrieben, das ich mir auch in der Realität wünschen würde: Einen Butterbrot- und Kuchenservice! Nein, keine 08/15-Stullen, die jeder zuhause selber fabrizieren kann, sondern die ausgefallensten Kreationen, die - wir gehen gedanklich zurück zum Anfang des Textes - absolut Appetit machen. Und Lust, selber mal in dieser Hinsicht experimentierfreudiger zu werden.

 

Christoph heißt er also, der fröhliche Schnittchenschmierer, den mir die Autorin allerdings etwas zu sehr übertrieben hat: Immer gut gelaunt, immer am Scherzen, immer freundlich, immer....zuviel des Guten. Man bekommt den Eindruck, dass Christophs Figur nur eine Richtung kennt, was sie für mich schnell langweilig werden lässt. Gesegnet ist Christoph zudem mit einer fürchterlichen Mutter, die ihren Sohn, der die 30 bereits überschritten hat, in aller Öffentlichkeit "Putzipu" nennt - und Christoph bleibt dabei stets freundlich, fröhlich, gelassen, usw.

 

Christophs Gegenstück ist die Karrierefrau Hannah, die sich wie ein Pitbull in ihrem Unternehmen festbeisst, ergeizig, bisweilen zickig und unhöflich jedoch immer gerecht ist, und Männer allenfalls für einen One Night Stand in ihr Leben lässt. Hannah hat mehrere schwere Schicksalsschläge zu verbuchen, die sie zu dem Menschen gemacht haben, der sie nun ist. Gefühlskalt und eher gleichgültig kommt sie rüber und zeigt ihre weiche Seite nur, wenn sie ihren Vater in der Lüneburger Heide besucht - ihren persönlichen Ort der Ruhe und des Friedens.

 

Als Christoph eines Tages Butterbrote in Hannahs Firma liefert, ist es vom ersten Moment an um ihn geschehen: Er verliebt sich Hals über Kopf in Hannah. Sie findet ihn auch nicht komplett indiskutabel und verbringt daher eine nette Nacht mit ihm, nur um ihm anschließend mitzuteilen "Das mit uns wird nichts". - Allerdings hat sie da die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und ohne Christophs Mutter, die sich penetrant in alles einmischt.

 

Die Autorin präsentiert hier im Großen und Ganzen eine recht lockere und witzige Geschichte. Natürlich ist der Verlauf ziemlich vorhersehbar, aber das ist ja bei Romanen dieser Art die Norm. Sprachlich ist mir manchmal ein wenig zuviel nerviges "Teenie-Sprech" im Text enthalten, vor allem, wenn Christoph sich mit seinem Freund und Geschäftspartner Attila unterhält. Das wirkt auf mich schlicht und ergreifend ziemlich albern und nicht zeitgemäß.

 

Zusammenfassend empfinde ich "Butterbrot und Liebe" als entspannende, nicht sehr anspruchsvolle Urlaubslektüre, die sich schnell wegschmökern lässt, aber weder zum Nachdenken anregt, noch in irgendeiner Form nachhallt. MEIN FAZIT lautet hier: 2,5/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

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