(Rezension) Sophie Kinsella - Frag nicht nach Sonnenschein

Goldmann Verlag

www.goldmann-verlag.de

 

Erschienen im Mai 2017

ISBN: 3442485509

 

Format: EBook

Seiten: 544

Preis: 8,99 Euro

 

 

 

Aus dem Englischen von Jörg Ingwersen

Titel der Originalausgabe: My not so perfect Life

 

 

 

Eine gescheiterte und frustrierte Möchtegern-Londonerin übernimmt einen Glamping-Platz. - Ob das gutgehen kann?

 

Als alter Fan der Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella war ich sehr begeistert darüber, dass kurz vor meinem Korsika-Urlaub ein neuer Roman der Autorin erschien. In "Frag nicht nach Sonnenschein" geht es unter anderem ums Glamping, was eine etwas luxuriösere Art des guten, alten Campings ist. Wie passend, denn da ich selber mit Wohnwagen hintendran auf die französische Insel fuhr, war das Buch ja wie für den Urlaub gemacht.

Und so fing ich in Mailand an zu lesen über Katie, die aus dem ländlichen Somerset stammt und so gerne wie eine echte Londonerin sein möchte: Mondän, selbstbewusst und vielleicht ein kleines wenig exzentrisch. Die sich fortan Cat nennt und auf ihrem Instagram-Account aller Welt ein tolles Leben vorheuchelt. Die Realität sieht allerdings bitter aus für Katie/Cat: Eine fast unbezahlbares Zimmer, das nicht größer als ein Schuhkarton und 1,5 Stunden von ihrer Arbeitsstelle entfernt liegt, zu wenig Geld und eine Chefin, vor der alle zittern.

Nun gut, an und für sich ist dieser Beginn einer Geschichte nichts Besonderes, könnte aber durch die Autorin dazu gemacht werden. Leider aber hapert es an der Umsetzung, denn den Wortwitz von Frau Kinsella, durch den sie mich die Shopaholic-Reihe hindurch Tränen lachen liess, konnte ich hier leider nicht finden.

Der Anfang zog sich dahin wie Kaugummi und es wurde und wurde nicht besser. Im Nachhinein kann ich sagen, dass man diese 544-Seiten-Geschichte auch auf 300 hätte stutzen können und trotzdem nichts verloren gegangen wäre. Denn durch besonders viel Charme glänzt das Ganze nicht. Die Protagonisten sind eher stereotyp, die Handlung ist völlig vorhersehbar und der Wortwitz einer Sophie Kinsella wie schon erwähnt gänzlich verschwunden.

...und so dauerte es dann auch mehrere Tage, bis ich mich durch das Buch "gearbeitet" hatte. In Savona fand ich es tatsächlich interessanter, meine Campingnachbarn zu beobachten, als zu lesen, wie Katies Vater seine neueste Schnapsidee von einem Glamping-Platz auf der heimatlichen Farm umsetzt. In Bastia auf Korsika las ich eher lustlos, wie Katie, frisch gefeuert, sich des Glamping-Platzes annimmt und ihn zu einer Goldgrube macht.
Etwas Aufwind bekam die Geschichte, als ausgerechnet Katies Ex-Chefin auftaucht und Katie sich heimlich für jedes erlittene Unrecht rächt.

Neun Tage habe ich gebraucht, um diese 540 Seiten schließlich über der Bucht von Calvi zu beenden - und das spricht absolut nicht für das Buch! Sophie Kinsella hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie es besser kann. Viel besser! Von dieser Geschichte hier würde ich jedem Kinsella-Fan abraten. Denn MEIN FAZIT lautet: 2/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

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