#buchpassion: Mein Bekenntnis zum Buch

Vom heute bis zum 11. September solltet Ihr Euch ein wenig Zeit nehmen, denn wir (Blogger, Autoren und Verlage) feiern und laden Euch herzlich dazu ein! Was wir feiern? Na, das liegt doch auf der Hand: Das Buch natürlich!

Janine vom Blog kapriziös hat die Aktion #buchpassion ins Leben gerufen, um mal wieder in Erinnerung zu bringen, dass Lesen alles andere als langweilig und von gestern ist. Viele sind diesem Ruf gefolgt und so gibt es nun für Euch einige Texte zu entdecken und an Gewinnspielen und Aktionen teilzunehmen. Eine komplette Übersicht findet Ihr auf kapriziös.

 

In Zeiten des Internets, der ich-weiss-nicht-wievielten X-Box, von Pokemon Go & Co. und einer wahren Flut an Spielfilmen, ist ein Medium leider hier und da in Vergessenheit geraten: Das Buch.
Traurig aber wahr: Einige meiner Freunde und Bekannten haben seit der Pflichtlektüre in der Schule nie wieder ein Buch in die Hand genommen und würden das auch freiwillig nie tun. "Das ist doch langweilig, da gucke ich mir lieber den Film an" höre ich in diesem Fall oft. Langweilig? Mitnichten!!!

Tatsache ist nämlich, dass Menschen, die keine Bücher lesen, eine ganze Menge verpassen. Denn Lesen ist wie ein kleiner Urlaub. Man kann überall hin, in jedes Land und in jede Zeitepoche reisen und braucht dafür nur zwei Dinge: Ein Buch und Fantasie. Denn mit der eigenen Fantasie kann kein Spielfilm mithalten!

 

 

Meine eigene Bücherleidenschaft ging sehr früh los. Die erste Erinnerung an ein Buch ist die schon ziemlich zerlesene Ausgabe der "Raupe Nimmersatt", die mir meine Mutter jedesmal im Wartezimmer des Arztes vorlesen musste. Selber hatten mein Bruder und ich zuhause kistenweise Pixie-Bücher.
Nun könnte man natürlich begründen, dass ich in den 70ern geboren wurde und es zu Zeiten von nur drei Fernsehprogrammen und nicht vorhandenem Internet, DVDs, Computerspielen und Smartphones gar kein Wunder ist, dass ich bei Büchern hängengeblieben bin. Irrtum!
Ich bin auf dem Dorf (wie wir Westfalen so schön sagen) aufgewachsen und habe wie jedes Dorfkind den größten Teil meiner Freizeit draussen verbracht. Während das Interesse meines Bruders allerdings früh in Richtung Fußball abdriftete (heute ist er Extremsportler), bin ich immer den Büchern treu geblieben (und wurde zur Extremleserin mit eigenem Blog).

 

 

Astrid Lindgren trägt einen nicht unwesentlichen Beitrag zu meiner Büchersucht bei, denn sobald ich selbst lesen konnte, habe ich "Pippi Langstrumpf", "Die Kinder von Bullerbü", "Madita" und "Michel aus Lönneberga" verschlungen. Immer und immer wieder. Ich habe heute noch einige alte Astrid Lindgren - Ausgaben, die ich niemals weggeben würde. Ein absolutes Highlight war es für mich daher natürlich, auf unserer Hochzeitsreise zum Nordkapp Halt in Schweden in Bullerbü, Lönneberga und auf dem Katthult Hof zu machen.
Sehr früh stellte sich jedoch auch heraus, dass ich mit dem Genre "Fantasy" nicht allzu viel anfangen kann. "Die Brüder Löwenherz" fand ich doof und bis heute habe ich nie "Harry Potter", "Herr der Ringe" und ähnliches gelesen.

 

Mit 10 Jahren ungefähr erwachte dann meine Pferdeleidenschaft - wie sich das für ein Mädchen nunmal gehört. Reitstunden bekam ich leider nicht, dafür verschlang ich alle Pferdegeschichten, die mir in die Finger kamen. Und da gab es so einige: Der Klassiker - die Buchreihe um ein Mädchen namens Bille und ihr Pony Zottel, die Reihe um zwei Mädchen namens Anja und Petra, die ihre gesamte Freizeit auf einem Reiterhof verbrachten und meine damaligen Lieblingsbücher über die Reitlehrerin Britta, die mit ihrem Pony Silber sogar direkt auf dem Reiterhof wohnte.

 

Zwischendurch gesellten sich zu den Büchern im Regal auch einige Denise und Denise Mystery Hefte, jene wöchentlich erscheinenden Herz-Schmerz-Grusel-Geschichten. Vor allem Denise Mystery mochte ich damals sehr gerne und so ein 250 Seiten Heft wurde dann auch direkt innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

 

Heutzutage gibt es einen großen und (wie ich immer wieder feststelle) sehr hochwertigen Markt, was Jugendbücher angeht. Das war zu meiner Jugendzeit leider nicht der Fall. Es gab nur wenig in der Sparte zu lesen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch die "Gretchen Sackmeier"-Trilogie, "Alice & Anatol" und ganz besonders "Pink Flamingo". Bei allen Büchern handelt es sich grob umschrieben um Mädchen in der Pubertät und alle Bücher wurden von mir mehr als fünfmal gelesen.
Heutzutage lese ich zwischendurch sehr gerne Romane oder Thriller für Jugendliche, denn viele davon sind meiner Meinung nach mehr "All Age" als nur für Jugendliche.

 

 

Ein absolutes Aha-Erlebnis hatte ich mit 16 an einem verregneten Sonntagnachmittag. Mir war langweilig und ich zog im Wohnzimmer eines der Bücher meiner Eltern aus dem Regal, weil ich irgendwie so gar nichts mit mir anzufangen wusste. Ich weiss allerdings heute noch ungefähr den ersten Satz, den ich damals las. - "Vom Winde verweht" wurde dann mein allererster Klassiker und ich verschlang das Buch innerhalb von drei Tagen. Noch heute liebe ich es und lese zwischendurch sehr gerne auch andere alte Klassiker. Vor allem Jane Austen! Gibt es was Schöneres, als an einem trüben Tag mit einer Tasse Tee und einem Jane Austen Buch vor dem Kamin zu sitzen?

 

Kurz nach meiner Entdeckung, dass auch "Bücher für Erwachsene" durchaus Spaß machen, ging bei mir die Barbara Wood-Phase los und ich las absolut alles, was es bis dahin von dieser Autorin gab. Zeitgleich erwachte ebenfalls meine Leidenschaft für historische Romane.

 

Über Jahre hinweg waren es dann ausschließlich historische Romane, Chick Lit und Liebesschnulzen, die ich las. Es gab Zeiten, in denen ich weniger las und Zeiten in denen ich mehr las. Aber es sind wohl kaum drei Tage hintereinander vergangen, in denen ich gar nicht las.

 

Erst mit Anfang 30 entdeckte ich das Genre "Krimis und Thriller" für mich. Eine Freundin schwärmte mir von "Jung, blond, tot" von Andreas Franz vor, ...tja, was soll ich sagen? Heute stehen alle Bücher, die dieser Autor, der leider viel zu früh gestorben ist, jemals geschrieben hat, in meinen Regalen. Und es sollten sich nach und nach noch viele seiner Kollegen dazugesellen.

 

 

2010 ging ein absoluter Traum für mich in Erfüllung: Mein damaliger Freund und heutiger Mann und ich zogen zusammen und ich bekam ein eigenes Bücherzimmer! Ab diesem Zeitpunkt stand der Sammelleidenschaft also nichts mehr im Wege - Mittlerweile sind drei Seiten des Zimmers mit Regalen, die bis unter die Decke reichen, vollgestellt. Natürlich sind unter den etwa 2000 Büchern, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, einige ungelesene dabei. Aber wie heisst es so schön? "Es ist immer gut, über eine große Auswahl zu verfügen."

 

Bis 2016 hat sich nun einiges getan: Mein Bücherzimmer ist immer noch mein liebster Raum im Haus und ich lese immer noch etwa 100 Bücher im Jahr. Aus den ersten Rezensionen bei Amazon und als Gast auf anderen Bücherblogs entwickelte sich irgendwann der Wunsch nach etwas "Eigenem".

Seit 2015 gibt es nun also diesen Blog, für den ich leider manchmal viel weniger Zeit habe, als mir lieb ist. Dass Buchblogger immer wichtiger für die Buchbranche werden, ist wohl unbestritten, dennoch bin ich jedesmal auf`s Neue schlichtweg begeistert, wie viele verschiedene Aktionen vor allem während der Buchmessen für uns Blogger auf die Beine gestellt werden.

 

"Büchermenschen" sind irgendwie eine Spezies für sich und nirgendwo sonst sind mir bisher so viele herzliche und offene Menschen begegnet, wie in der Buchbranche. Sei es nun online oder persönlich, der Austausch macht immer wieder sehr viel Freude. An dieser Stelle einfach mal ein riesengroßes DANKESCHÖN dafür!

 

Und P.S.: Wir sehen uns auf der Buchmesse.....

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