#bloggdienachtigall

Am morgigen 19. September 2016 ist es soweit: "Die Nachtigall" von Kristin Hannah erscheint im Rütten & Loening Verlag! - Jener Roman, der in den USA bereits sämtliche Rekorde sprengt, indem er seit über einem Jahr in den Top 20 der NY-Times-Bestsellerliste steht. Jener Roman, der bei Goodreads zum "Best Book Of The Year" gekürt wurde. Jener Roman, der in über 30 Ländern veröffentlicht wird. Und jener Roman, der bereits über 20.000 5-Sterne-Rezensionen erhalten hat.

 

Und was bedeutet nun #bloggdienachtigall?  - Ganz einfach: Der Rütten & Loening Verlag des Aufbau Verlages hat mit uns Bloggern diese Aktion gestartet, um Euch Lesern dieses Buch ein wenig näher vorzustellen. Wenn Ihr im Netz nach eben jenem Hashtag sucht, werdet Ihr einiges zum Thema "Nachtigall" finden.

 

 

 

 

"Die Nachtigall" spielt in Frankreich zu Zeiten des zweiten Weltkrieges und macht dem Leser auf deutliche und erschütternde Weise klar, wie hilflos die Franzosen der Willkür der Besatzer, der Deutschen, ausgeliefert waren.

In einer wunderschönen, nahezu poetischen Sprache lässt uns die Autorin am Leben der beiden Schwestern Vianne und Isabelle teilhaben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die jeweils auf ihre Weise mit dem Krieg umgehen: Die fürsorgliche Vianne, die früh geheiratet hat und Mutter wurde, bangt um ihren Mann Antoine, der zum Kriegsdienst eingezogen wurde, kümmert sich aufopfernd um ihre Tochter, um Haus und Garten im Ländlichen außerhalb von Paris, und versucht, nicht aufzufallen. Isabelle hingegen, die ihr ganzes Leben wütend und einsam war, die von der Mutter, vom Vater und schlußendlich auch von Vianne im Stich gelassen wurde, macht das, was sie schon immer gemacht hat. Sie rebelliert und hat keine Angst davor, den Deutschen ihre persönliche Meinung in bissigen und zynischen Bemerkungen um die Ohren zu hauen.

 

Wir Blogger wurden gefragt, welchen Weg wir gehen würden, welches Verhalten für uns am ehesten verständlich und nachvollziehbar wäre?

- In der Hoffnung, niemals in solch eine Situation zu geraten, mir Gedanken machen zu müssen, wie ich mich im Krieg am besten verhalte, muss ich ehrlich sagen, dass ich Isabelles "Strategie", nämlich "Wenn schon untergehen, dann wenigstens mit Pauken und Trompeten", am logischsten finde. Einfach passiv bleiben und sich dem Schicksal fügen? Nein. Isabelle bringt sich während des kompletten Krieges ständig bewusst in Gefahr, indem sie sich der Résistance anschließt und unter den Augen der Nazis Botschaften übermittelt und englische Piloten versteckt. Auch wenn es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist - sie macht etwas. Sie legt die Hände nicht in den Schoß und wartet auf das Ende des Krieges. Später erreicht sie traurige Berühmtheit, indem sie auf einer Bergroute durch die Pyrenäen die englischen Piloten in Sicherheit bringt. Die Nazis bekommen Wind von diesen Aktionen und suchen fieberhaft nach der "Nachtigall" - Isabelle hingegen ist sich tagtäglich bewusst, dass ihre Entdeckung ihr sicheres Todesurteil wäre. Und macht trotzdem weiter.

 

 

Die beiden Schwestern haben sich früh voneinander entfernt. Die Mutter starb, der Vater entledigte sich seiner Töchter, indem er sie in ein Pensionat abschob. Der große Altersunterschied sorgte dafür, dass Vianne, 16jährig, verliebt und bald schon schwanger, sich nur noch um ihr Glück kümmerte und ihre kleine Schwester Isabelle, die noch ein Kind war, vergaß. Oder vergessen wollte?

 

Wir wurden gefragt, wie sehr dieses Gefühl, verlassen worden zu sein, Isabelle wohl geprägt hat?

- Sehr! Denn Isabelle lebt das ganze Buch hindurch den Moment und schert sich nicht um das "Morgen". Die Erfahrung hat sie leider gelehrt, dass morgen schon wieder alles vorbei sein könnte. Sie fühlt sich ihr ganzes Leben lang schon einsam und zeigt das, indem sie offen rebelliert und mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hält. So ist sie schon von vier oder fünf Mädchenpensionaten geflogen, immer in der Hoffnung, anschließend vom Vater in Paris mit offenen Armen empfangen zu werden - und wird jedesmal wieder von ihm weggeschickt. Zu Vianne hat sie kaum Kontakt, da diese schon früh erwachsen wurde und mit dem launischen Verhalten ihrer Schwester möglichst wenig zu tun haben will.

Während Vianne völlig in ihrer Familie aufgeht und ihren Mann Antoine anhimmelt, bekommt man das Gefühl, dass Isabelle gar nicht lieben will. Weil sie Angst hat, wieder verlassen zu werden. In dieser Beziehung ist sie rastlos und immer auf der Suche - nur um dann kurz vorm Ziel die Notbremse zu ziehen. Doch natürlich kann auch Isabelle nichts gegen ihre Gefühle machen....

 

 

 

 

Einer meiner Lieblingscharaktere in diesem Roman ist Beck. Beck ist Hauptmann der deutschen Armee und quartiert sich ungefragt bei Vianne und ihrer Tochter ein. Vianne kann sich dagegen nicht wehren und hat doppelt Angst: Um sich und ihr Kind und vor Isabelle, die sich zum Zeitpunkt der Einquartierung gerade bei Vianne aufhält und Beck deutlich zu verstehen gibt, was sie von ihm und seinen Landsleuten hält.

 

Wir Blogger wurden gefragt, ob uns Beck sympathisch ist.

- Ja. Definitiv! Denn hier zeigt sich, dass auch Soldaten im Krieg lieber zuhause gewesen wären und nur Befehle befolgten. Dass auch sie sich nicht gegen die Willkür der Oberen wehren konnten. Beck ist ausgesprochen höflich und weiss sich tadellos zu benehmen. Weder ihm noch Vianne ist besonders wohl bei diesem Arrangement, er jedoch versucht das Beste aus dieser Situation zu machen. ....und entpuppt sich später noch als wahrer Segen.

Während Vianne weiterhin die Passive ist und auf Zehenspitzen durchs Leben schleicht, um bloß ihre Tochter nicht zu gefährden, entschärft Beck die Situation mehr und mehr, indem er häufig was zu essen mitbringt und sich auch andererweitig nützlich macht. Er geht sogar so weit, Viannes jüdische Freundin Rachel vorzuwarnen. Zwischen ihm und Vianne fängt es irgendwann an zu knistern und vielleicht.....nun, das verrate ich noch nicht. Nur soviel: Becks Ende ist traurig aber leider verständlich und unvermeidbar. Eine Folge des Krieges in dem man sich nunmal für das Leben des einen oder des anderen entscheiden muss....

 

 

 

Wenn Blogger zum Dichter werden......

Wir wurden vom Verlag gefragt, ob wir ein spontanes "Elfchen" zum Roman verfassen würden. "Klar", dachte ich mir. "Aber was ist ein Elfchen?"

 

Auflösung:  Ein Elfchen ist ein Gedicht, das aus genau 11 Wörtern besteht, die in bestimmter Anzahl auf fünf Zeilen verteilt werden. Da muss sich nichts reimen, es sollte nur im Gesamten stimmig sein.

 

Als diese Anfrage mich erreichte, war ich gerade an einer sehr zu Herzen gehenden Stelle von "Die Nachtigall" - und das ist nun das Ergebnis:

 

 

DUNKELHEIT

GESPENSTISCHE STILLE

WABERT WIE NEBEL

EINEN KURZEN ATEMZUG LANG

VERGESSEN

 

 

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