(Rezension) Ralph G. Kretschmann - Nicht alle Toten schweigen

Herausgeber: Edel Elements

 

Erschienen im Oktober 2016

ASIN: B01L7FRKB8

 

Format: EBook

Preis: 4,99 Euro

Seiten: 266

 

 

 

 

 

"Das Erbe der Likedeeler" ist der Untertitel dieses Krimis und hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Denn die Likedeeler, das waren jene Männer, die zusammen mit dem berühmten Piraten Klaus Störtebeker auf Kapernfahrt gegangen sind .... und auch diejenigen, die größtenteils mit ihm zusammen hingerichtet wurden. Damals auf dem Grasbrook in Hamburg.

Heute befindet sich an dieser Stelle in Hamburg die mondäne und teure Hafen City - Störtebekers Andenken wird dort allerdings nach wie vor in Form einer Statue geehrt.
Und genau dort, in der Hafen City, ganz in der Nähe der Elbphilharmonie (und zudem in meiner deutschen Lieblingsstadt) beginnt diese zunächst sehr mitreissende Geschichte.

Mit jeder Menge Lokalkolorit entführt uns der Autor ins hanseatische Schietwetter und lässt uns daran teilhaben, wie dem zwangspensionierten Kranführer Werner Graf ein merkwürdiger Zettel vor die Füsse weht, dessen Inhalt Anlass zu Spekulationen gibt. Handelt es sich hier etwa um eine Schatzkarte des berühmten Piraten Klaus Störtebeker?

Dass mehrere Leute an diesem Zettelchen interessiert sind, stellt sich schnell heraus und neben den ersten Leichen macht der Leser ebenso Bekanntschaft mit der etwas verrückten Wissenschaftlerin Jasmin und mit einem wahren Schmierlappen von Ermittler.

Jasmin und Werner versuchen zusammen, die Botschaft auf dem Zettel zu entziffern - ständig verfolgt von jenen, die ebenfalls an den vermeintlichen Schatz wollen.

Leider flachte die anfängliche Spannung in der Geschichte für mich schnell ab, da der Schreibstil teilweise immer abgehackter und holpriger wird und der Autor bisweilen gewöhnungsbedürftige Beschreibungen verwendet ("Das ist ein verdammt rätselhaftes Rätsel.") Nun gut, es liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, ob einem der Schreibstil gefällt oder nicht, für mich macht es jedoch eine Menge aus und entscheidet darüber, ob ich ein Buch mag oder nicht.

Zudem gibt es gleich zu Anfang einen Logikfehler in der Geschichte und weiterhin noch die ein oder andere kleine Ungereimtheit (Ich kann mir zum Beispiel schwer vorstellen, dass es für Kriminalbeamte eine Fortbildung mit dem Titel "Profitipps vom Einbrecher" gibt. Auch Kriminalbeamte dürfen nicht einfach irgendwo einbrechen!).

Ich weiß zudem nicht, ob sich der Autor dachte "Sex sells", aber die Liebesgeschichte, die völlig unpassend ist, die er vielleicht aber trotzdem noch schnell unterbringen wollte, ist nichts Halbes und nichts Ganzes und hinterliess bei mir einen eher bitteren Beigeschmack.

Als dann gegen Ende auch noch jede Menge Hokus Pokus und Hexerei ins Spiel kommt, war für mich der Ofen eigentlich aus. Trotzdem habe ich weiter gelesen, da ich das Ende erfahren wollte. Und das ist gar nicht mal so übel.

Leider überwiegen für mich jedoch in dieser Geschichte die negativen Aspekte, daher lautet MEIN FAZIT: 2/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

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