(Rezension) Rudolph Herzog - Truggestalten

Galiani Berlin Verlag

www.galiani.de

 

Erschienen im Februar 2017

ISBN 978-3-86971-148-5

 

Format: Gebunden

Preis: 20,00 Euro

Seiten: 256

 

 

 

 

Es gab einmal eine Zeit, in der das Genre der Schauergeschichten groß in Mode war. Zu Zeiten der englischen Autorin Jane Austen etwa, also zu Beginn des 19. Jahrhunderts las man mit Vorliebe Bücher dieses Inhalts. Heimlich und im stillen Kämmerlein, um die Contenance zu wahren, aber ja, man las sie. Mit dem größten Vergnügen.

Der Buchmarkt wuchs und wuchs und viele neuartige Genres kamen mit der Zeit dazu: Psychothriller, Chick Lit, Fantasy oder Dystopie beispielsweise. Die Schauergeschichten gerieten somit in Vergessenheit. Vermutlich waren sie einfach zu seicht - die Leser wollten, dass ihnen bei der Lektüre die Haare zu Berge standen, denn mit einem leichten, gruseligen Erschaudern gab man sich nicht mehr zufrieden.

Der Autor Rudolph Herzog hat nun mit seinen "Truggestalten" das Genre der Schauergeschichten wiederbelebt. Allerdings mitnichten im alten England, welches ja wie gemacht für Grusel jeglicher Art ist, sondern im heutigen Berlin. In der Metropole an der Spree, dieser multikulturellen und modernen Stadt voller Baustellen. Und voller Geschichte.

Ja, die Geschichte Berlins war nicht immer schön. Im Gegenteil. Hier setzt der Autor an und zeichnet in seinen sieben ineinander übergreifenden Geschichten ein sehr trübes Bild von Berlin. Melancholisch und traurig kommt die Stadt daher. Grau und verbittert, mit einer teils schrecklichen Vergangenheit, die nicht zur Ruhe kommt.

Leuten wie du und ich widerfährt in diesen Geschichten Unerklärliches. Geräusche, wo keine sein dürften, Spuren, die plötzlich auftauchen, Menschen, die von jetzt auf gleich verschwinden. Alles zusammen ist dicht mit der Vergangenheit  Berlins verwoben. Mit den Geistern der Vergangenheit, mit Menschen, denen Unrecht angetan wurde und deren Seelen dazu verdammt sind, umherzuwandern..

Habe ich die ersten beiden Geschichten in "Truggestalten" noch sehr gern gelesen, flachte das Buch mit der dritten leider schon ab und dümpelte dann weiter vor sich hin. Manche Geschichten schienen mir künstlich in die Länge gezogen und bei anderen wollte sich mir der Sinn, der dahinter steht, einfach nicht erschließen.

Rudolph Herzog hat mit Sicherheit einen angenehmen Erzählstil und "Truggestalten" liess sich auch mit seinen 256 Seiten schnell weglesen, einen bleibenden Eindruck hat es jedoch bei mir nicht hinterlassen.

MEIN FAZIT lautet hier: 2,5/5 BÜCHEREULEN

 

 

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