(Rezension) Romain Puértolas - Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte

 

DIE UNGLAUBLICHE REISE DES FAKIRS, DER IN EINEM IKEA-SCHRANK FESTSTECKTE
von ROMAIN PUÉRTOLAS

S. Fischer Verlag (www.fischerverlage.de)
Erschienen im Januar 2014
ISBN 978-3-10-000395-9


Format: Gebunden
Preis: 16,99
Seiten: 300

 

 


Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Titel der Originalausgabe: L'extraordinaire voyage du fakir qui était resté coincé dans une armoire Ikea



Nach der Beendigung dieser Lektüre frage ich mich wirklich, inwieweit der schwedische Möbelriese in den Roman involviert ist? Ist das Ganze vielleicht eine groß angelegte Werbeaktion? Immerhin ist das Cover in schwedisch gelb-blau gehalten und der Name "Ikea" ist auch nicht zu übersehen.

Ihr merkt vermutlich schon, dass ich nicht so recht weiss, was ich von dem Ganzen halten soll, denn es ist mir absolut unbegreiflich, warum dieser Roman in Frankreich angeblich so erfolgreich gewesen sein soll? Meiner Meinung nach hat der Autor nichts weiter gemacht, als auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Man siehe sich nur den Titel an: Sehr lange Titel sind seit einiger Zeit angesagt und verkaufen sich vermutlich auch gut. Skurrile Geschichten wie die vom Autor Jonas Jonasson sind ebenso beliebt - und nichts anderes liegt uns hier vor, nur dass es sich anstatt um einen 100jährigen oder eine Analphabetin um einen Inder handelt. Um einen Inder, dessen ebenfalls langer und zudem noch unaussprechlicher Name mir übrigens von Anfang an ziemlich auf den Keks ging.

Das Hauptthema dieser Geschichte ist: "Kurioser geht's immer".

Und genau darunter leidet das Buch, denn man muss noch nicht mal bei der Hälfte angelangt sein, um dem Autor nichts mehr abzunehmen. Nicht seine Begeisterung für diese Geschichte und die Geschichte selber schon gar nicht. Im Gegenteil, man bekommt das Gefühl, dass das ganze Werk recht lustlos heruntergeschrieben wurde, so dermassen platt und geradezu seelenlos kommt es daher. Der Autor verfügt leider über keinerlei Wortwitz und langweilte mich mit seiner extrem schlichten Sprache.

Der Plot an sich ist so überladen, dass er schon sehr bald einfach nur noch albern wirkt: Ein indischer Fakir, der Zeit seines Lebens die Menschen belogen und betrogen hat, fliegt nach Paris, um sich dort in einem Ikea ein neues Nagelbett zu kaufen. Das Geld dafür und für den Flug hat sein bitterarmes Dorf gesammelt, da er angeblich unter starken Rückenschmerzen leidet und eben ein neues Bett braucht. Natürlich ist das mit den Rückenschmerzen gelogen und er hat vor, das Nagelbett gewinnbringend weiterzuverkaufen.
Da er sich kein Hotel leisten kann, beschliesst er, im Ikea zu übernachten, und muss sich dort in einem Schrank verstecken, als spätabends Möbelpacker kommen. Natürlich wird ausgerechnet dieser Schrank verpackt und auf einem LKW nach England transportiert. Mit unserem Fakir drin und fünf illegalen Sudanesen an Bord.

Das Flüchtlingsthema sorgt seitenweise für ein wenig Ernsthaftigkeit und Aufschwung im Buch, reisst das Ganze für mich aber nicht mehr heraus. Immerhin bringt es aber den Fakir dazu, seine Lebenseinstellung zu überdenken, will jedoch nicht so recht zum sonstigen Klamauk der Geschichte passen.

In diesem Roman werden fast alle Namen der Protagonisten ins Lächerliche gezogen, der Sinn dahinter erschliesst sich mir allerdings nicht. Überhaupt beschreibt der Autor 90% seiner Charaktere als dumm/verlogen/ordinär/naiv und präsentiert eine Geschichte, die immer absurder wird und sich ständig wiederholt, denn der Fakir ist andauernd auf der Flucht vor irgendwem und reist so auf immer komischere Art und Weise durch halb Europa.

MEIN FAZIT lautet hier: Muss man keinesfalls gelesen haben. 2/5 BÜCHEREULEN

 

 

 

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