(Rezension) Martin Krist - Märchenwald

 

MÄRCHENWALD
von MARTIN KRIST


Ullstein Taschenbuch Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH (www.ullstein-taschenbuch.de)
Erschienen im August 2016
ISBN 978-3-548-28764-5


Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
Seiten: 416




Die Kurzfassung dieser Rezension lautet: Genial! Lesen! Unbedingt!!!

...aber da wir Mädels uns ja bekanntlich nicht kurz fassen können, kommt hier natürlich auch noch die etwas ausführlichere Version meiner Rezension:

Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass es mir völlig unbegreiflich ist, dass eher  durchschnittliche Thriller, die dann auch eher durchschnittliche Rezensionen erhalten, groß beworben werden, während ein Thriller-Highlight wie dieses hier...nun ja...eben einfach nur verlegt wird? Für mich persönlich ist "Märchenwald" die bisher mit Abstand beste Thriller-Neuerscheinung in diesem Jahr, denn hier stimmt einfach alles. Bereits der Prolog lässt dem Leser die Nackenhaare senkrecht stehen und man bekommt einen kleinen Eindruck davon, worum es geht - genau die richtige Dosis, um das Buch fortan nicht mehr aus der Hand legen zu können.

Kennt Ihr das, so in einem Buch gefangen zu sein, dass man in der Zeit, in der man nicht lesen kann, diesen einen Moment herbeisehnt, an dem man endlich, endlich erfährt, wie die Geschichte weitergeht? Wenn man im Kopf selber zum Ermittler wird und mehrere verschiedene Verdächtige auf die imaginäre Liste setzt? Kennt Ihr nicht? Dann lest "Märchenwald" - anschließend werdet Ihr wissen, wovon ich rede. Man könnte es fast schon Suchtverhalten nennen, denn süchtig macht diese Geschichte auf jeden Fall, die uns hier von Martin Krist im wahrsten Sinne des Wortes serviert wird. Denn obwohl "Märchenwald" mit Sicherheit nichts für zarte Gemüter ist und teilweise Ekel und Entsetzen beim Leser hervorruft, will man immer mehr, mehr, mehr davon.

Der Autor hat mehrere Handlungsebenen, mehrere Protagonisten sehr geschickt miteinander verwoben:
Da wären zunächst die Kinder Max und Ellie, die mitten in der Nacht von ihrer Mutter in einem Wandschrank versteckt werden und von dort aus Kampfgeräusche hören und dann...nichts mehr. Die sich anschließend auf eine Odyssee quer durch Berlin begeben, um zu ihrem Großvater zu gelangen.
Zeitgleich erwacht Zoe blaugeschlagen und blutüberströmt in der Nähe des Alexanderplatzes. Sie kann sich nicht erinnern, wie sie dort gelandet ist, warum sie so zugerichtet ist, geschweige denn, wer sie überhaupt ist. Einzelne grausame Bruchstücke blitzen vor ihrem inneren Auge auf und sie begreift nur so viel: Sie wird gejagt.
Und dann ist da natürlich noch der Ermittler Paul Kalkbrenner, der so gar nicht dem Klischee des saufenden Sozialversagers entspricht, sondern eine sympathische - wenn auch etwas ernste -  Figur abgibt. Der sich um seine Tochter sorgt und genervt von seiner Exfrau ist. Der mit seiner Kollegin zu einem scheinbar harmlosen Todesfall gerufen wird, welcher sich dann jedoch als äußerst "delikat" erweist.

"Märchenwald" ist bereits der fünfte Fall für Paul und seine Kollegin Sera, man kann dieses Buch jedoch problemlos verstehen, auch wenn man die vier vorangegangenen Bände nicht kennt.

Bei diesem Thriller ist das Mitdenken des Lesers gefordert, denn mal eben so beim Dösen im Liegestuhl sollte man "Märchenwald" nicht lesen. Die Handlung ist sehr komplex und mehr als einmal fragt man sich, wie zur Hölle DAS jetzt da hinein passt? Erhöhte Aufmerksamkeit ist hier geboten und trotzdem erfährt man erst zum Schluss hin, wer der/die Täter/in ist.

Und kann es nicht fassen.

Und lässt alles nochmal vor seinem inneren Auge ablaufen.

Und denkt plötzlich "NATÜRLICH!!!"

Thriller wie diese sind es, die das Ermittler-Herz eines jeden Lesers höher schlagen lassen. Thriller, die mit einem perfekten Plot aufwarten, in denen scheinbar nichts logisch zusammenpassen will, und in denen sich dann doch zum Ende hin alles zusammenfügt, ohne dass Fragen übrig bleiben. Und die vor allem eins sind: Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Der Autor setzt hier allerdings noch eins drauf, indem er langsam aber kontinuierlich den Spannungslevel immer höher schraubt, bis das Buch zum Ende hin einer Achterbahnfahrt gleicht.

Für mich ist Martin Krist eine grandiose Neuentdeckung und "Märchenwald" - wie oben schon geschrieben - die bisher beste Thriller-Neuerscheinung in diesem Jahr. Daher lautet MEIN FAZIT: 5/5 BÜCHEREULEN!

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ramona (Freitag, 19 August 2016 12:44)

    Liebe Kerstin,

    es freut mich, dass dein Herz jetzt auch für die Bücher von Martin Krist schlägt!
    Er ist definitiv toll und ich bin schon lange ein Fan von ihm.
    Du musst unbedingt auch ganz bald die anderen Bücher von ihm lesen! :)

    Viele Grüße,
    Ramona