(Rezension) Michel Bussi - Beim Leben meiner Tochter

 

BEIM LEBEN MEINER TOCHTER
von MICHEL BUSSI


Aufbau Taschenbuch Verlag (www.aufbau-verlag.de)
Erschienen im Mai 2016
ISBN 978-3-7466-3193-6

Format: Taschenbuch
Preis: 12,99
Seiten: 400


Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Barbara Reitz
Titel der Originalausgabe: Ne lâche pas ma main



Was ich hier erwartet hatte, war eine spannende Geschichte - was ich bekam war ein Meisterwerk der Irreführung und ein perfektes Zusammenspiel der Täuschungen, verpackt in einem mitreissenden und eingängigen Schreibstil.

Was zunächst als leichte Urlaubslektüre vor dem Hintergrund der wunderbar beschriebenen Insel La Réunion beginnt, entwickelt sich schon sehr bald sowohl für den Leser als auch für die Protagonisten zu einer reinen Nervenprobe. Denn Michel Bussi hält sich nicht lange mit Einführungs-Floskeln auf, sondern wirft uns allesamt bereits auf den ersten Seiten ins kalte Wasser. Die Protagonisten in die absolute Ratlosigkeit, die mit immer mehr Grauen daherkommt und uns Leser in eine so spannungsgeladene Geschichte, dass man mit der Lektüre nicht mehr aufhören kann.
Kurze Kapitel, die öfters die Perspektive wechseln und häufig mit einem Cliffhanger enden, tun ihr Übriges. Und die Ratlosigkeit? Tja, die herrscht nicht nur unter den Protagonisten. Auch der Leser wird hier völlig in die Irre geführt, wägt ab, überlegt, stellt fest, verwirft, ist sich sicher, dann wieder doch nicht....und traut bald schon keinem der Charaktere mehr über den Weg.

Und dabei beginnt alles so harmonisch: Das Ehepaar Liane und Martial macht mit ihrer kleinen Tochter Josapha Urlaub auf der paradiesischen Insel La Réunion. Der Urlaubstraum verwandelt sich allerdings schnell in einen Alptraum, als plötzlich Liane vermisst wird. Sie wollte nur schnell auf ihr Hotelzimmer gehen und ist ab da wie vom Erdboden verschluckt. Die hinzugezogene Polizei, die auf La Réunion bei Weitem nicht den selben Arbeitseifer an den Tag legt, wie in jeder x-beliebigen Großstadt, geht zunächst von einem Ehestreit aus.
Als dann plötzlich Martial und Josapha auch verschwunden sind, gilt Martial als Hauptverdächtiger, Liane etwas angetan zu haben und man wähnt Josapha in höchster Gefahr.

Eine Hetzjagd über die Insel beginnt. Eine Hetzjagd, bei der nicht nur die Protagonisten außer Atem kommen - auch der Leser kann schon bald nicht mehr mithalten. Denn obwohl man natürlich mehr "weiss", kann man sich trotzdem keinen Reim auf das Ganze machen. Immer neue Begebenheiten, neue Tatsachen, die ans Tageslicht kommen, alte Geheimnisse, die aufgedeckt werden und so einige Leichen im Keller, machen es schwer, sich für einen Täter zu entscheiden.

Der Autor versäumt es aber trotz aller Spannung nicht, so ganz nebenbei ein wunderschönes Bild der Insel La Réunion zu zeichnen, die über eine wirklich atemberaubende Landschaft verfügen muss. Diese Landschaft in ihren verschiedensten Formen webt er gekonnt in die Geschichte ein und macht sie sich für einige Handlungsstränge zunutze.

Durch "Beim Leben meiner Tochter" habe ich mit Michel Bussi einen neuen Autoren für mich entdeckt und obwohl ich finde, dass das Ende dieser Geschichte auch mit etwas weniger Action und Drama gut dagestanden hätte, lautet MEIN FAZIT: 4,5/5 BÜCHEREULEN.

 

 

 

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